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Dienstag, 10. Juni 2014

Critical Mass oder ist Fahrradfahren ein Politikum?

Freitag, 30.5. es ist sonnig aber nicht zu heiß. Gelesen hatte ich schon viel über das Phänomen Critical Mass. Jetzt war es an der Zeit, das ganze mal zu erleben.
Aber wie bei so vielen Dingen, stelle ich auch hier wieder fest das Leipzig noch nicht in allen Themen so Hip ist, wie manch einer behauptet, teils zum Glück, teils zum Nachteil.
So auch bei der Leipziger Critical Mass. Hier aber nur auf die Teilnehmerzahl bezogen.
18 Uhr war Treffpunkt am Augustusplatz, als ich 10 min. vorher schon mal vorbei fuhr, standen dort ca. 5 Leute mit ihren Rädern.
Nun da ich schüchtern bin, drehte ich noch eine Schnelle Runde um unsere Innenstadt. Wieder am Treffpunkt angekommen waren es mittlerweile ca. 15 Leute.
Bis ca. halb 7 wuchs die Teilnehmerzahl auf 60 - 70 Leute, was eine ordentliche Anzahl ist aber leider in Bezug auf Berlin, mit dem Leipzig ja immer so gerne verglichen wird, oder Hamburg sehr hinterherhinkt. Das Thema "Alternative zum Auto" ist in der Messestadt noch nicht da angekommen, wo es hin gehört, zumindest aus meiner Wahrnehmung.

Dann ging es auch schon los. Ein Lastenrad mit Musik sorgt für die Unterhaltung und der jeweils erste der Masse bestimmt wo es lang geht.
Der Rest passiert.
Im gemütlichen Tempo radeln wir über ansonsten dicht befahrene Straßen.
Das ist schön, man muss nicht so stark aufpassen. Links und rechts werden die Zufahrten blockiert und das ein oder andere Schwätzlein mit den Autofahrern gehalten.
Es ist friedlich, alle freuen sich die Straße zumindest einmal im Monat für sich beanspruchen zu dürfen.
Die Polizei fungiert diesmal mehr als Begleitschutz, das war bei den letzten CMs wohl anders, lassen wir uns sagen.
Man kommt schnell ins Gespräch und merkt, das man mit seiner Sichtweiße auf manche Dinge doch nicht alleine ist.

Spreche ich in letzter Zeit über meine Erfahrungen ohne Auto und über die Situationen die ich mit dem Fahrrad erlebt habe, gelte ich schnell als Sonderling oder soll mir ein Auto kaufen oder bin einfach nur ein Verkehrshindernis.
Am meisten stört mich aber der mitleidvolle Blick "Ohne Auto? Das muss aber schwer sein! Können wir euch helfen?"
Ja, nehmt etwas Rücksicht und nein, das ist nicht schwer!

Bei der CM unterhalte ich mich über andere Radkonzepte, Mobilitätslösungen und natürlich die bauliche Situation für Fahrradfahrer.

Leipzig ist auf einem guten Weg, es sind neue Radwege entstanden, meist nicht komplett durchdacht wie z.B. in der Georg-Schumann-Str. wo sie an jeder Kreuzung einfach aufhören, es gibt Leihräder oder CarSharing Modelle und aus dem Rathaus hört man auch immer öfter das Thema Fahrrad.
Das sind alles gute Ansätze, aber es fehlt noch an einigen Stellen.
Was ich mir wünschen würde, wären:

Fahrradmitnahme in der Straßenbahn
andere CarSharing Modelle, ohne feste Stationen
Park and Ride Plätze vor den Toren der statt
Die Nutzung des Fahrrades attraktiver machen

Zumindest für uns hat der Besitz eines eigenen Autos ausgedient. Zu teuer, zu viel Platz verschwendet und zu laut.

Für wen das nicht gilt, soll doch gerne an seinem Auto festhalten, akzeptiert aber auch, das es Menschen gibt, die überall nach alternativen suchen.
Wir haben alle das gleiche Ziel, wir wollen alle irgendwo gesund hin kommen.
Meinen Weg der Fortbewegung werde ich zur nächsten CM wieder zeigen.

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