Folgt mir per E-Mail

Samstag, 14. Juni 2014

Fahrradstadtplan Leipzig

Nach langem hin und her halt ich ihn endlich in den Händen. Leipzig hat einen Stadtplan speziell für die Bedürfnisse der Radfahrer ausgegeben.
Diesen bekommt man Kostenfrei bei den Bürgerämtern, Uni und HTWK, dem ADFC und dem Stadtbüro.
Was einfach klingt wurde bei mir zur Odyssee.
Zuerst war ich natürlich beim Bürgeramt, konnte da aber nichts finden.
Nach einem Anruf beim Bürgertelefon erfuhr ich, das es den Plan nur am Schalter gibt.
Da ich mein Anliegen für weniger dringlich hielt, nahm ich davon Abstand eine Nummer zu ziehen und die Warteschlange noch mehr zu vergrößern.
Nächstes Ziel ADFC im Petersteinweg 2. Hier hindern mich die Öffnungszeiten daran zu meinem Exemplar zu kommen, das Büro öffnet meistens am Nachmittag. Also ab zur Stadtinfo, die wie ich dort erfahre wenig mit dem Stadtbüro zu tun hat.
Das findet man neben dem Rizzi bei der Pinguin Eisbar. Leider macht dieses auch erst 14 Uhr auf. Ich habe jedoch Glück.  Eine nette Mitarbeiterin die in ihren Vorbereitungen zum anstehenden Arbeitstag steht, erbarmt sich mir und überreicht mir das Objekt meiner Begierde. Danke!
Wer sich für die Auslieferung der Pläne interessiert, der schaut hier vorbei. Die Logistik wurde nämlich mit Lastenrädern bewältigt, auch das find ich klasse.

Zum Plan.
Aufgebaut wie eine normale Landkarte dürfte es unterwegs etwas schwieriger werden den Plan auf dem Rad einfach zu benutzen.
Im Plan selber findet man sämtliche Infos wie Radwege und Straßen, Fußgängerzonen, für Radverkehr gesperrte Wege und auch Tempo 30 Zonen.
Fahrradhändler, CarSharingstationen und NextBike Stationen sind ebenfalls gekennzeichnet.
Alles in allem eine richtig gute Sache. Wünschenswert wäre es, wenn der Plan auch für Fahrradtouristen in der Stadtinfo erhältlich wäre, für die macht er nämlich am meisten Sinn. Dann natürlich gegen eine Schutzgebühr oder ähnliches.
Das wird aber wohl leider nicht passieren da auch die Stückzahl  auf nur 7400 Stück begrenzt ist. Dafür gibt es die Pläne völlig kostenfrei.
Fazit: gut zum planen der nächsten Tour, aber die meisten Leipziger Radler wissen das auch ohne Plan. Besser für Zugezogene und Touristen.

Freitag, 13. Juni 2014

Dienstag, 10. Juni 2014

Critical Mass oder ist Fahrradfahren ein Politikum?

Freitag, 30.5. es ist sonnig aber nicht zu heiß. Gelesen hatte ich schon viel über das Phänomen Critical Mass. Jetzt war es an der Zeit, das ganze mal zu erleben.
Aber wie bei so vielen Dingen, stelle ich auch hier wieder fest das Leipzig noch nicht in allen Themen so Hip ist, wie manch einer behauptet, teils zum Glück, teils zum Nachteil.
So auch bei der Leipziger Critical Mass. Hier aber nur auf die Teilnehmerzahl bezogen.
18 Uhr war Treffpunkt am Augustusplatz, als ich 10 min. vorher schon mal vorbei fuhr, standen dort ca. 5 Leute mit ihren Rädern.
Nun da ich schüchtern bin, drehte ich noch eine Schnelle Runde um unsere Innenstadt. Wieder am Treffpunkt angekommen waren es mittlerweile ca. 15 Leute.
Bis ca. halb 7 wuchs die Teilnehmerzahl auf 60 - 70 Leute, was eine ordentliche Anzahl ist aber leider in Bezug auf Berlin, mit dem Leipzig ja immer so gerne verglichen wird, oder Hamburg sehr hinterherhinkt. Das Thema "Alternative zum Auto" ist in der Messestadt noch nicht da angekommen, wo es hin gehört, zumindest aus meiner Wahrnehmung.

Dann ging es auch schon los. Ein Lastenrad mit Musik sorgt für die Unterhaltung und der jeweils erste der Masse bestimmt wo es lang geht.
Der Rest passiert.
Im gemütlichen Tempo radeln wir über ansonsten dicht befahrene Straßen.
Das ist schön, man muss nicht so stark aufpassen. Links und rechts werden die Zufahrten blockiert und das ein oder andere Schwätzlein mit den Autofahrern gehalten.
Es ist friedlich, alle freuen sich die Straße zumindest einmal im Monat für sich beanspruchen zu dürfen.
Die Polizei fungiert diesmal mehr als Begleitschutz, das war bei den letzten CMs wohl anders, lassen wir uns sagen.
Man kommt schnell ins Gespräch und merkt, das man mit seiner Sichtweiße auf manche Dinge doch nicht alleine ist.

Spreche ich in letzter Zeit über meine Erfahrungen ohne Auto und über die Situationen die ich mit dem Fahrrad erlebt habe, gelte ich schnell als Sonderling oder soll mir ein Auto kaufen oder bin einfach nur ein Verkehrshindernis.
Am meisten stört mich aber der mitleidvolle Blick "Ohne Auto? Das muss aber schwer sein! Können wir euch helfen?"
Ja, nehmt etwas Rücksicht und nein, das ist nicht schwer!

Bei der CM unterhalte ich mich über andere Radkonzepte, Mobilitätslösungen und natürlich die bauliche Situation für Fahrradfahrer.

Leipzig ist auf einem guten Weg, es sind neue Radwege entstanden, meist nicht komplett durchdacht wie z.B. in der Georg-Schumann-Str. wo sie an jeder Kreuzung einfach aufhören, es gibt Leihräder oder CarSharing Modelle und aus dem Rathaus hört man auch immer öfter das Thema Fahrrad.
Das sind alles gute Ansätze, aber es fehlt noch an einigen Stellen.
Was ich mir wünschen würde, wären:

Fahrradmitnahme in der Straßenbahn
andere CarSharing Modelle, ohne feste Stationen
Park and Ride Plätze vor den Toren der statt
Die Nutzung des Fahrrades attraktiver machen

Zumindest für uns hat der Besitz eines eigenen Autos ausgedient. Zu teuer, zu viel Platz verschwendet und zu laut.

Für wen das nicht gilt, soll doch gerne an seinem Auto festhalten, akzeptiert aber auch, das es Menschen gibt, die überall nach alternativen suchen.
Wir haben alle das gleiche Ziel, wir wollen alle irgendwo gesund hin kommen.
Meinen Weg der Fortbewegung werde ich zur nächsten CM wieder zeigen.